Interner Bereich

2. SaxoN Forschungspraxen-Treffen

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Am 13.10.2021 fand unser 2. SaxoN-Treffen im MTZ der Medizinischen Fakultät statt. Mit 7 Hausärzt*innen und 4 MFA führten wir sehr angeregte Diskussionen zu folgenden Themen:

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Antje Bergmann und einer Kurzvorstellung aller Teilnehmer*innen berichtete das SaxoN-Team Neuigkeiten aus dem Netz. Besonders interessiert wurden Angaben zu den aktuell eingeschriebenen SaxoN-Forschungspraxen (26 Forschungsärzt*innen, 37 MFA) verfolgt.

Aufgrund der neu eingeführten quartalsweisen Kennzahlenerhebung konnten wir ausgewählte, aktuelle hausärztliche Versorgungsdaten zu mehr als 22.000 Patient*innen von 12 berichtenden Forschungspraxen vorstellen.

Im Mittel erfolgten über alle 12 SaxoN-Praxen im Quartal 2/2021 folgende (abgerechnete) Versorgungsleistungen:

  • 192 ± 215 (SD) Hausbesuche
  • 50 ± 70 (SD) Einweisungen in ein Krankenhaus
  • 97 ± 143 (SD) Telefonsprechstunden

Digitale Versorgungsleistungen waren eher eine Seltenheit: insgesamt 16mal wurde eine App auf Rezept von insgesamt 3 SaxoN-Praxen verordnet. Pro Praxis wurden 1-2 Videosprechstunden abgerechnet. Bezüglich der Covid-Versorgung gaben die Daten im Mittel folgende Versorgungsleistungen wider:

  • 37 ± 31 (SD) SARS-Cov2-Virus-Nachweis (U07.1/U07.2)
  • 13 ± 10 (SD) Post-COVID-19-Zustand (U12.9)
  • 1017 ± 600 (SD) Corona-Schutzimpfungen

Die anschließende Diskussion zeigte den Nutzen der so erhobenen Versorgungsdaten auf, insbesondere die vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit wie auch Möglichkeit der Themensetzung durch SaxoN-Forschungspraxen wurden begrüßt. Der Wunsch einer schnellen Publikation dieser Daten wurde geäußert, dem zumindest in Form der Sichtbarmachung auf www.saxoforn.net oder im halbjährlichen SaxoN-Newsletter entsprochen werden kann. Weiterhin sind alle SaxoN-Praxen gebeten, ihre Daten regelmäßig zur Verfügung zu stellen und eingeladen wichtige Themen für zukünftige Datenerhebungen zu benennen (Kontakt: saxon@ukdd.de).

Anna von Oltersdorff-Kalettka (SaxoN) berichtete Aktualisierungen aus dem SaxoN-Qualifizierungsprogramm und verwies auf aktuelle Veranstaltungstermine, an denen SaxoN-Praxen kostenfrei teilnehmen können:

  • Basisqualifizierung für neue Forschungsärzt*innen/-MFA: „Aus der Hausarztpraxis für die Hausarztpraxis“ am Freitag, 19.11.2021 von 15:00 - 17:45 Uhr (digital)
  • ForN-Forschungspraxentreffen für alle interessierten SaxoN-Forschungsärzt*innen/MFA am Mittwoch, 03.11.2021 von 15:00 - 17:00 Uhr (digital)
  • Wissenschaftliches Symposium „Antibiotika und Infektionskrankheiten – eine interdisziplinäre Herausforderung“ am Donnerstag, den 25. November 2021, Beginn: 18:00 Uhr, Dresdner Universitätsklinikum, Haus 29, Hörsaal der Orthopädie (Zugang Pfotenhauer Straße)   

Alle Veranstaltungen sind von der SLÄK zertifiziert, Anmeldungen sind bitte jeweils über saxon@ukdd.de vorzunehmen.

Dr. Karen Voigt berichtete den Stand zu den abgestimmten Akkreditierungskriterien mit der Juristischen Abteilung der Medizinischen Fakultät, die Forschungspraxen erfüllen müssen, wenn Sie als „Akademische Forschungspraxis der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden“ akkreditiert werden wollen. Die Beteiligung an Forschungsprojekten des Bereichs ist weiterhin auch unabhängig vom Akkreditierungsstatus möglich. Bei unserem 3. SaxoN-Treffen am 9.3.2022 wollen wir die ersten SaxoN-Forschungspraxen akkreditieren.

Dr. Karola Mergenthal (ForN, Frankfurt a.M.) und Franziska Brosse (SaxoN) berichteten über die verschiedenen Beteiligungsformate für Hausarztpraxen und Patient*innen, die bereits im Rahmen der Struktur- und Projektentwicklung (HYPERION) erfolgreich umgesetzt werden. Neu für SaxoN ist hingegen der Aufbau eines Patientenbeirates, der in ForN bereits erfolgreich eingeführt wurde. Entsprechend erfolgte der Aufruf an alle SaxoN-Forschungspraxen unsere Flyer an interessierte Patient*innen auszuhändigen, bzw. die Möglichkeit der Beteiligung von Patient*innen an allgemeinmedizinischer Forschung mitzuteilen. Eine Kontaktaufnahme über saxon@ukdd.de ist jederzeit möglich, der Flyer zum Patientenbeirat ist hier abrufbar. Sofern Sie Interesse an einer Druckversion haben, kontaktieren Sie uns gern.

Da Versorgungsdaten in der Praxisverwaltungssoftware eine wichtige Datenquelle für Forschungsfragen stellen, wurde zum Thema „Welche Datenschätze liegen in Ihrem Praxisverwaltungssystem?“ intensiv diskutiert und spannende Themen zusammengetragen. Offensichtlich wurden dabei einerseits das mögliche breite Themenspektrum, andererseits aber auch die methodischen Limitierungen, die sich aufgrund unterschiedlicher Analysemöglichkeiten in den PVS oder auch unterschiedlicher Dokumentationsvorgehen ergeben.

Dipl. Med. Stefan Mertens von der Sächsischen Impfkommission (SIKO) präsentiert Antworten und Daten zum Thema „Impfen oder Nichtimpfen, das ist hier die Frage. Corona-Schutzimpfungen bei Kindern und Jugendlichen“ und umriss Vorgehensweise und Begründungen der SIKO-Empfehlungen. Aus Sicht der SIKO und eigenen Erfahrungen als niedergelassener Pädiater plädierte er für eine Coronaschutz-Impfung der Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren.

Abschließend stellte Martin Kramer (SaxoN) erste zentrale Ergebnisse der Teilstudie 1 des aktuell laufenden Forschungsprojektes HYPERION-TransCare vor, bei der Probleme und Lösungsideen zum Informationsfluss zwischen ambulanter und stationärer Versorgung mit allen betroffenen Versorger*innen und Patient*innen analysiert wurden. Als typische Probleme kristallisierten sich heraus:

  • mangelnde Informationen über Vorerkrankungen und –medikation bei stationärer Aufnahme
  • schwierige Datenerhebung in Notfallsituationen, insbesondere außerhalb gängiger Öffnungs- und Sprechzeiten
  • mangelnde Information und Nachvollziehbarkeit von Änderungen der Medikation bei Entlassung aus dem stationären Sektor und bei spezialärztlicher Behandlung

Als Lösungsansätze thematisierten die Versorger*innen und Patient*innen:

  • dezentral abrufbare digitale Patientenakte: unkomplizierter Zugriff durch alle Behandler, auch plattformübergreifend; automatisierte Übernahme von Änderungen
  • Intersektoraler Informationsaustausch: z.B. über Apps
  • Entlassmanagement verbessern: Optimierung des Krankenhaus-Entlassbriefs / Mitgabe ausreichender Medikamente
  • Medikation: Positivliste / Verbesserung des Bundeseinheitlichen Medikationsplan (Inhalte und Anwendbarkeit)
  • Einführung eines Einweisungsmanagements

Astrid Klein (SaxoN) stellte abschließend die 2. Teilstudie des Forschungsprojektes HYPERION-TransCare vor, bei der in einer clusterrandomisierten kontrollierten Studie (cRCT) ein Einweisungsmanagement auf Wirksamkeit und Machbarkeit untersucht werden wird. Die Studie startet derzeit mit der Rekrutierung der Hausarztpraxen, spätestens im Januar 2022 werden die ersten Patient*innen (10 pro Hausarztpraxis) eingeschlossen. Der Interventionszeitraum umfasst 6 Monate (ab Patienteneinschluss), der Zeitaufwand pro Hausarztpraxis pro Patient*in liegt bei ca. 4h im gesamten Interventionszeitraum. Für jede/n eingeschlossenen Patient*in erhalten teilnehmende Hausärzt*in und MFA jeweils 50€ Aufwandsentschädigung. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Diese Informationen finden Sie hier zum Download.

Wir danken allen Teilnehmenden für die regen Diskussionen, die investierte Zeit und die vielen neuen Ideen.

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